Die Mistigri oder Cascaret - Altes Zofen Kartenspiel

Autor: Boussac, Jean
Thema: Kartenspiele - Enzyklopädie
Datum der Veröffentlichung: 1896
Übersetzt von: Sabine L.

Es gibt ein sehr schönes Spiel, das unter mehreren Namen bekannt ist. Es gibt auch eine Vielzahl von Arten, wie es gespielt wurde, es ist die Pamphile, zu anderen Zeiten hieß es Mistigri, dann wurde es auch Cascaret genannt. Aber trotz all dieser vielen Namen ist es immer das gleiche Spiel, zumindest beinahe.

Die Cascaret besteht aus einer Vielzahl von Regeln, aber es macht ansonsten viel Spaß.

Das schönste Spiel ist für vier Spieler, mit einem Morl; es wird auch Mädchen genannt.

Wir werden das Spiel so beschreiben, wie es in Burgund sowie in einem Teil von Nivernais Cattle und der Bourbonnais gespielt wurde.

Am Anfang werden die Sitzplätze ausgelost. Es ist vorteilhaft, einen Anfänger zur Linken zu haben, denn wenn ein geschickter und erfahrener Spieler an seiner Seite ist, ist die Gefahr groß zu verlieren.

Wenn die Spieler an ihrem Platz sind, erhält jeder Spieler Chips im Wert von 30. Das Geld, das durch diese Chips repräsentiert wird, wird vorher festgelegt. Wenn die Partie beendet ist, erhält jeder das ausgezahlt, was er noch hat, Diejenigen, die nichts haben, erhalten nichts.

Dann werden Karten gezogen. Der Spieler, der den niedrigsten Kartenwert gezogen hat, muss verteilen. Man sollte sich notieren, wer zuerst verteilt, denn sollte eine Partie eine Zeitlang dauern, weiß oft niemand mehr genau, wer zuerst gedealt hat.

Das Spiel besteht aus mehreren Runden und endet dann, wenn es bei demjenigen, der zuerst gedealt hat, angekommen ist. Sollte das begonnene Spiel nicht beendet werden, dann könnten einige Spieler mehr getan haben als andere und sind daher im Vorteil, was die Auszahlung betrifft.

Der Dealer klopft auf die Karten und gibt sie dem Nachbarn zu seiner Linkem damit er abhebt. Die Verteilung erfolgt mit jeweils zwei Karten, dann gibt es nochmal drei in der zweiten Deal-Runde. Der Spieler zur Rechten des Dealers erhält als Erster die Karten.

Bei fünf Spielern gibt es sechs Spielrunden. Es gibt eine für die Morl, auch Mädchen genannt. Die Morl wird vom Anfang bis zum Ende mit Karten bedient, genau vor dem Dealer.

Jeder Spieler hat fünf Karten. Der Dealer nimmt die Dreißigste zurück, denn er behält sich das Recht vor, sie in sein Spiel aufzunehmen oder abzulehnen.

Bevor die Karten verteilt werden, muss der Geber sechs Chips in das Spiel gelegt haben.

Danach ist es einfach. Jeder ist verpflichtet zu spielen.

Der erste Spieler zur Rechten des Dealers beginnt das Spiel, wenn er denkt, dass er wenigstens abheben kann. Anderenfalls hat er das Recht, die Morl zu nehmen oder Karten anzufordern. Wenn er die Morl nehmen möchte, dann bedeutet es, dass er seine fünf Karten gegen ihre tauschen möchte. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe, der rechts vom vorherigen Spieler sitzt. Entweder spielt er oder er kann Karten einfordern (entweder eine oder mehr, bis zu fünf Karten, wenn noch welche übrig sind). Er kann auch die Morl nehmen, wenn der erste Spieler sie nicht schon eingefordert hat. Der dritte Spieler kann auch jene Rechte wahrnehmen, die bereits die ersten beiden Spieler hatten, natürlich im Rahmen dessen, was möglich ist. Der letzte Spieler, der an der Reihe ist, kann auch die Morl einfordern. Er kann auch eine neue Karte verlangen. Das gilt aber nicht, wenn er die Morl genommen hat.

Jede Person muss bedient werden, mit den angeführten Unterschieden. Jeder muss auch eine Erhöhung vornehmen. Wer es nicht tut, wird als „Biest“ bezeichnet.

Der Wert der Karten ist in der folgenden Reihenfolge, beginnend mit der höchsten.

Zehn, der Kreuz Bube oder Mistigri oder Cascaret oder Pamphile usw. 2. Der König 3. Die Dame 4. Der Bube 5. Ass 6. Die Zehn 7. Die Neun 8. Die Acht 9. Die Sieben

Es gibt neun Stärken in der Farbe. Die Mistigri ist immer am stärksten. Jeder Spieler nimmt so viele Chips auf, wie er erhöht hat. Wer die Mistigri aufgedeckt hat, nimmt zwei auf. Darum legt der Dealer sechs Chips anstatt fünf ins Spiel.

Wer nicht erhöht, legt sechs Chips in den Pot. Der Dealer legt unaufgefordert auch sechs. Sollten in dieser Runde Biester mitmachen, dann ist niemand gezwungen mitzugehen. Wer aussteigen möchte, legt seine Karten auf den Tisch, wenn er an der Reihe ist, aber nicht vorher. Wenn alle aussteigen, dann gewinnt der Dealer alles, was auf dem Tisch liegt.

In einigen Ländern bestimmt die Regel, dass der letzte Spieler, der an der Reihe ist, die Morl nehmen muss oder sein Spiel macht, wenn alle anderen ausgestiegen sind. Es ist eine Frage der getroffenen Vereinbarungen. Aber man muss verstehen, dass es zu weit gehen würde, wenn man den Spieler zwingt, ein Risiko einzugehen, das seine Ressourcen übersteigen könnte.

Wenn es zwei oder drei Spieler gibt, die am Spiel teilnehmen, laufen die Dinge so ab wie in der ersten Runde. Jeder Spieler erhält so viele Chips wie er abhebt.

Wenn es beispielsweise in der ersten Runde zwei Biester gibt, dann wären achtzehn Chips im Spiel. Das heißt, es sind die sechs vom Dealer und die der beiden Angreifer, also insgesamt achtzehn. Das Abheben bringt dann drei Chips und die Mistigri bringt sechs, da sie doppelt zählt, wenn sie aufgedeckt wird.

Aber einer, der getroffen hat, wird dann auf achtzehn Chips erhöhen müssen, also den Einsatz des Dealers. Das macht insgesamt vierundzwanzig. Wenn es zwei Biester gibt, dann sind es jeweils achtzehn, der Dealer gibt immer sechs.

Lanturui: Es gibt eine bestimmte Regel in diesem Spiel, nämlich Lanrurlu. Wenn man fünf Karten derselben Farbe erhält, dann hat man Lanrurlu.

Wer Lanrurlu hat, gewinnt alles, was im Pot liegt. Ist er gezwungen zu spielen, dann müssen alle anderen Spieler aussteigen, es sei denn, noch ein Spieler zeigt Lanrurlu.

Sollte es in dieser Situation zu einem Einsatz gekommen sein, dann gewinnt der Spieler mit Lanrurlu alles.

Fünf Karos oder fünf Piks, fünf Herzen oder fünf Kreuzen bilden einen Lanlurlu. Diese Karten müssen nicht in Reihenfolge sein.

Wer vier Karo, vier Piks, vier Herzen oder vier Kreuz mit dem Kreuz Buben hat, der hat auch einen Lanlurlu, denn der Kreuz Bube hat keine Farbe.

Wenn der Geber vier Karten hat, weil er eine abgelegt hat und eine neue erhalten hat, dann hat auch er Lanlurlu. Der Kreuz Bube repräsentiert immer alle Farben. Wer Lanlurlu zeigt, gewinnt immer das Spiel.

Wenn es kein Biest gibt, dann sind die anderen Spieler gezwungen zu spielen. Wer Lanlurlu hat, wird es zeigen.

Bei Mistigri macht man keinen Gewinn, wenn man nachzahlt. Man muss den Gewinnern die Karten zurückkaufen und bar bezahlen.

Wenn der Dealer den Mistigri dreht, wählt er die Farbe des Trumps, nachdem er seine Karten gesehen hat.

Wenn der Dealer einen Missdeal macht, verliert er seine Hand. Der nächste ist dann an der Reihe, aber den Einsatz macht derjenige, der den Missdeal gemacht hat.

Dennoch kann derjenige, der falsch gegeben hat, mit einem neuen Einsatz von sechs Chips die Position des Dealers behalten. Wer mit mehr als fünf Karten spielt, disqualifiziert sich.

Bei einem Missverhältnis muss überprüft werden, ob man die richtige Anzahl an Karten erhalten hat. Er bittet um eine weitere Karte, wenn er zu wenige erhalten hat. Wenn er mehr bekommen hat, dann ist er raus. Es wäre auch nicht mehr vorteilhaft teilzunehmen.

Wenn derjenige, der die Morl nimmt, einen Lanlurlu findet, dann hat er alle Rechte als hätte er von Anfang an Lanlurnu bekommen.

Wenn man seine Karten zeigt, ist das unvorteilhaft. Dasselbe gilt für denjenigen, der agiert, bevor er an der Reihe ist.

Ist die Mistigri in der Morl, die nicht genommen wurde, oder im verbleibenden Kartendeck, dann ersetzt sie der Trumph König. Ist kein König in Spiel, geht es weiter mit der Dame, dann mit dem Buben und mit dem Ass, usw.

All rights reserved © 2019 casinostest.de